Die Berliner Luftbrücke

luftbruecke

Hinter diesem immer noch sehr bekannten Begriff verbirgt sich ein Ereignis aus der Frühzeit des Kalten Krieges nach dem Zweiten Weltkrieg. Deutschland war im Jahr 1948 in vier Besatzungszonen aufgeteilt: die britische, französische, amerikanische und sowjetische Zone. Auch Berlin als Reichshauptstadt war in vier Zonen unterteilt, wobei die UdSSR in zunehmendem Maße die Wege von und in die Zonen der westlichen Staaten (Westsektoren) reglementierte.

Die Ursache für die Luftbrücke
Im westlichen Teil Deutschlands – noch ohne Berlins Westsektoren – wurde am 20. Juni 1948 eine Währungsreform begonnen. Die UdSSR wollte verhindern, dass auch die Westsektoren diese neue Währung erhielten – sie sollten in eine eigene Währungsreform der UdSSR einbezogen werden. Als nun die Westalliierten mit der Einführung der neuen D-Mark in den Westsektoren begannen, sperrten die sowjetischen Besatzer ab dem 24. Juni alle Zufahrtswege der Westsektoren Berlins – die so genannte Berlin-Blockade.
Dies führt schnell zu einer kritischen Lage für die Bewohner dieser Sektoren, denn es waren noch große Teile der Stadt durch den Krieg zerstört und eine Selbstversorgung mit Lebensmitteln und Gütern aller Art war nicht möglich. Die Westsektoren waren auf eine kontinuierliche Versorgung aus den anderen westlichen Zonen angewiesen. Dies betraf neben Nahrungsmitteln und Waren des Alltags auch die Energieversorgung.

Die Luftbrücke wird eingerichtet

Rosinenbomber

Eine C-54 Skymaster, im Volksmund auch Rosinenbomber genannt.

Es wurde klar, dass die Bewohner der Westsektoren sofort Hilfe benötigten. Eine kriegerische Reaktion, etwa den Durchbruch der Sperren mit Panzern, sollte jedoch wegen des erneuten Kriegsrisikos vermieden werden. So entstand die Idee die Westsektoren aus der Luft zu versorgen – dem einzigen Weg, der sich nicht versperren ließ.
Die Umsetzung dieser Idee wurde von allen Westmächten mitgetragen und so begann die logistische Großaktion eine halbe Stadt aus der Luft zu versorgen. Alle drei Flughäfen der Westsektoren wurden ununterbrochen angeflogen – statistisch landete alle drei Minuten ein Flugzeug auf einem der Flughäfen. Die Gesamtzahl der Flüge belief sich auf beinahe 200.000. Transportiert wurden schätzungsweise 1,5 Millionen Tonnen Waren aller Art, sogar ein Kraftwerk in Einzelteilen, so dass die Bewohner zumindest einige Stunden pro Tag über elektrischen Strom verfügten und heizen konnten.

Die Luftbrücke zeigt Erfolg
Im Volksmund erhielten die Flugzeuge schon bald den Namen „Rosinenbomber“ und die Luftbrücke vermittelte den Berlinern der westlichen Sektoren, dass sie vom restlichen Deutschland und den Westalliierten nicht allein gelassen wurden – diese Befürchtung war in der Zeit nach 1945 durchaus entstanden. Nun führten sowohl die konsequent durchgeführte Luftbrücke als auch der starke Willen zum Durchhalten aller Beteiligten dazu, dass die Blockade im Mai 1949 nach fast einem Jahr wieder aufgehoben wurde.
Letztendlich führten die politischen Differenzen zwischen den Siegermächten doch zu einer endgültigen Teilung Deutschlands und auch Berlins, aber eine Blockade dieser Art ereignete sich nicht noch einmal.